Reonic

Eine raumweise Heizlast mit der Reonic App aufnehmen

Geh mit einem LiDAR-fähigen iPad durch das Gebäude des Kunden, erfasse Geometrie, Wände, Fenster, Türen und Heizkörper jedes Raums und übergib die Daten an die raumweise Heizlast-Berechnung, die Heizkörper auslegt, den hydraulischen Abgleich rechnet und in das Wärmepumpen-Angebot einfließt.

Kategorien: App

Der Heizlast-Scan in der Reonic Mobile App ist die Erfassungsseite der raumweisen Heizungsplanung. Du richtest dein iPad auf jeden Raum, der LiDAR-Sensor des Geräts baut ein 3D-Modell, und Reonic macht daraus einen strukturierten Raumdatensatz: Maße, Wände, Öffnungen, Decken- und Bodengrenzen sowie das Heizsystem je Raum. Der strukturierte Datensatz ist das, womit die Heizlast-Berechnung arbeitet. Das 3D-Modell trägt die kundenseitige Darstellung im Angebot. Wenn LiDAR nicht in Frage kommt (ein Android-Gerät, ein älteres iPad, ein Objekt, das sich nicht scannen lässt), baust du dieselben Raumdatensätze von Hand. Das Berechnungsergebnis ist in beiden Fällen identisch. Nur die 3D-Ansicht unterscheidet sich.

Dieser Artikel behandelt die Erfassung: was du am iPad tust, was du vor Ort korrigierst, was dich beim Erfassen von Hand erwartet. Der nachgelagerte Schritt zum Prüfen und Berechnen passiert im Portal. Siehe dazu Die raumweise Heizlast berechnen.

Bevor du startest

  • Das Projekt muss in Reonic bereits existieren: eine Energiehaus-Anfrage oder ein Angebot für Privatkunden mit Adresse und Basisdaten des Kunden. Starte den Scan aus einem bestehenden Projekt heraus.
  • Der Reiter Heizlast muss am Projekt verfügbar sein. Er hängt an Wärmepumpen- und Heizlast-Projekten, wenn in deinem Workspace die Heizlast aktiviert ist. Fehlt der Reiter, wende dich an deinen Reonic Kundenbetreuer.
  • Bring ein iPad Pro oder iPhone Pro mit LiDAR-Sensor mit. Siehe Geräte, die LiDAR-Scans unterstützen weiter unten.
  • Lade das Gerät auf. LiDAR-Scannen zieht Akku: rechne über ein ganzes Haus mit 40 bis 60 % Verbrauch.
  • Hol dir das Einverständnis des Kunden, jeden Raum zu betreten. Der Scan erfasst den Grundriss der Immobilie, Schlafzimmer und Keller eingeschlossen.
  • Prüfe den Ländermodus am Projekt. Deutschland nutzt DIN EN 12831. Das Vereinigte Königreich nutzt einen eigenen UK-Rechner. Das Land wird an der Anfrage gesetzt und bestimmt, welche Materiallisten du siehst.

Hinweis

Wenn ein Erfassungs- oder Speicherschritt auf einem Tablet nichts tut (ein Tippen ohne Ergebnis), ist die raumweise Erfassung in deinem Workspace womöglich nicht aktiviert. Lass sie von deinem Reonic Kundenbetreuer vor einem Vor-Ort-Termin bestätigen, oder erfasse die Daten stattdessen im Portal.

Geräte, die LiDAR-Scans unterstützen

LiDAR-Scannen läuft auf Apple-Geräten mit LiDAR-Sensor. Die Reonic App erkennt das beim Start. Auf einem Gerät ohne LiDAR wird die Kachel Scan durch einen Hinweis ersetzt: „Das Scannen wird nur auf Apple-Geräten mit LiDAR-Scanner unterstützt."

Unterstützte Geräte:

  • iPad Pro (2020 und neuer, 11" oder 12,9", jede Speichergröße).
  • iPhone Pro und Pro Max (iPhone 12 Pro und neuer).

Für jedes andere Gerät (iPad Air, normales iPad, iPad mini, Nicht-Pro-iPhones sowie alle Android-Smartphones und -Tablets) nutzt du den manuellen Weg. Geh zu Räume ohne LiDAR von Hand erfassen weiter unten. Dieser Weg erzeugt dieselben Raumdatensätze, nur ohne 3D-Modell.

Das Gebäude für einen sauberen Scan vorbereiten

Ein LiDAR-Scan ist nur so gut wie der Raum, auf den du ihn richtest. Ein paar Minuten Vorbereitung bringen bessere Geometrie und weniger Korrekturen danach.

  • Mach überall Licht an. Der LiDAR-Sensor braucht kein Licht zum Messen, das Kamerabild aber schon. Dunkle Räume liefern zu wenig Textur für das Neuausrichten zwischen Räumen.
  • Öffne die Innentüren zwischen Räumen, die du zusammen scannen willst. Der Sensor braucht einen freien Weg, um von einem Raum in den nächsten zu gelangen.
  • Räum lose Gegenstände aus den Ecken. Kartons, Pflanzen, Tierkörbchen: Der Scanner versucht, sie als Geometrie zu modellieren. Leere Ecken geben sauberere Wandkanten.
  • Zieh Vorhänge und Jalousien zurück, damit die Fenster sichtbar sind. Der Scanner erkennt Fensteröffnungen an der Laibung, nicht am Glas.
  • Notiere den Heizkörper in jedem Raum, bevor du startest: Radiator oder Fußbodenheizung (die beiden Optionen, die Reonic erfasst). Du hältst das je Raum fest. Markiere mindestens einen Raum als beheizt — ein Gebäude, in dem jeder Raum unbeheizt bleibt, erzeugt bei der Berechnung den eigenen Fehler kein beheizter Raum, und das ist der eine Fehler, den du nicht durch Anpassen eines einzelnen Raums beheben kannst.
  • Prüf die Deckenhöhe. Wenn du ein Maßband dabeihast, miss einen Raum nach. Das LiDAR liegt meist auf wenige Zentimeter genau. Für eine ungewöhnliche Decke (Gewölbe, Stufen, Teilflächen) kannst du später nachbessern.
  • Halte Baujahr und Materialtypen der großen Bauteile (Wände, Fenster, Dach) bereit. Du kannst sie später ergänzen, vor Ort mit dem Kunden geht es aber schneller.

Das Projekt öffnen und die Basisdaten ausfüllen

  1. Öffne die Reonic App auf dem iPad.
  2. Melde dich mit deinem Installateurs-Account an.
  3. Öffne Projekte und tippe das Projekt des Kunden an.
  4. Tippe auf Heizlast, um die Heizlast-Übersicht zu öffnen.
  5. Die Übersicht zeigt vier Kacheln zur Einrichtung: Bestandsheizung, Gebäudeeigenschaften, Basismaterialien und Scan. Fülle sie von oben nach unten aus.
  6. Tippe auf Gebäudeeigenschaften und trage Baujahr, Anzahl der Bewohner, Luftdichtheit, Erdreichtiefe, Abschirmfaktor, Wärmebrückenfaktor und Temperaturpräferenz ein. Jedes Feld wird beim Tippen geprüft, Werte außerhalb des zulässigen Bereichs werden mit einem Hinweis direkt am Feld abgelehnt.
  7. Tippe auf Basismaterialien und wähle je Bauteil das Standardmaterial (Außenwände, Dach, Decke, Boden). Sie werden zu den Vorgaben je Raum, die du nach dem Scan pro Raum überschreiben kannst.
  8. Geh zurück zur Übersicht. Die Kachel Scan ist jetzt aktiv.

Tipp

Fülle Gebäudeeigenschaften und Basismaterialien vor dem Scannen aus. Jeder neu erkannte Raum kommt dann mit sinnvollen Materialvorgaben — du musst nicht in jedem Raum dasselbe Material von Hand eintragen.

Ein Gebäude Stockwerk für Stockwerk scannen

Der Scanner ordnet Räume nach Stockwerk (Keller, Erdgeschoss, Obergeschosse, Dachgeschoss). Jedes Stockwerk ist eine eigene Scan-Sitzung. Innerhalb eines Stockwerks scannst du Räume nacheinander, und die App fügt sie in ein gemeinsames Koordinatensystem zusammen.

  1. Tippe in der Übersicht auf Scan, um die Stockwerk- und Raumliste des Gebäudes zu öffnen.
  2. Tippe auf Stockwerk hinzufügen und wähle einen Typ: Keller, Erdgeschoss, Zwischengeschoss oder Dachgeschoss (das oberste Stockwerk). Es gibt genau ein Dachgeschoss und einen Keller pro Gebäude, die Auswahl setzt das durch. Zwischengeschosse kannst du beliebig viele anlegen; jedes wird automatisch Obergeschoss 1, Obergeschoss 2, Obergeschoss 3 und so weiter benannt. Wähle „Zwischengeschoss", um ein Obergeschoss zu ergänzen.
  3. Tippe bei ausgewähltem Stockwerk auf Scan starten. Beim ersten Mal fragt ein Fenster, ob du einen eigenständigen Scan beginnen oder von einem angrenzenden, bereits gescannten Raum fortsetzen willst. Für den ersten Raum tippe auf Neuer Scan.
  4. Die Scan-Ansicht öffnet sich mit einem Live-Kamerabild. Eine dezente 3D-Überlagerung zeigt, was der Sensor bereits erfasst hat.
  5. Geh langsam durch den Raum. Führe das iPad über Wände, Ecken, Decke und Boden. Beweg dich im Tempo eines langsamen Rundgangs, damit der Sensor jede Fläche messen kann.
  6. Achte auf Tracking-Warnungen im Banner auf dem Bildschirm:
    • Zu schnelle Bewegung: Werde langsamer, du bewegst das Gerät zu schnell.
    • Zu wenige Merkmale: Richte die Kamera auf eine texturreichere Fläche. Eine Ecke mit einem Bilderrahmen funktioniert besser als eine weiße Wand.
    • Neuausrichtung: Halt still, der Sensor orientiert sich neu.
    • Gerät zu heiß: Mach eine Pause und lass das iPad abkühlen. LiDAR, Kamera und Display zusammen heizen das Gerät auf.
    • Größenlimit der Szene überschritten: Du erfasst eine zu große zusammenhängende Fläche. Teil sie in mehrere Räume auf.
  7. Tippe jederzeit auf Foto aufnehmen, um Referenzfotos an den Raum zu hängen (Heizkörper, Regler, alles, was du später ansehen willst).
  8. Wenn der Raum sauber erfasst ist, tippe auf Stopp. Die App speichert die Geometrie des Raums.
  9. Für den nächsten Raum tippe erneut auf Scan starten. Wähle diesmal Von angrenzendem Raum fortsetzen und den Raum, den du gerade abgeschlossen hast. Der Scanner richtet sich am vorherigen Raum aus, damit der neue Raum in dasselbe Koordinatensystem einrastet.
  10. Wiederhole das für jeden Raum des Stockwerks.
  11. Ist das Stockwerk fertig, tippe auf Abschließen. Der Scan des Stockwerks wird zu Reonic hochgeladen und erscheint im Portal als Raumsatz, der geprüft werden kann.

Tipp

„Von angrenzendem Raum fortsetzen" ist das, was dein Stockwerk zu einem zusammenhängenden 3D-Modell macht. Immer Neuer Scan zu wählen hinterlässt isolierte Räume ohne gemeinsames Koordinatensystem, und die kundenseitige 3D-Ansicht im Angebot wirkt zerrissen. Nutze „Von angrenzendem Raum fortsetzen" zwischen Räumen desselben Stockwerks und halte das Tracking durch Türen hindurch stabil. Geht das Tracking mitten im Stockwerk verloren, scanne die betroffenen Räume neu oder korrigiere die Geometrie im Portal.

Den Übergang zwischen zwei Räumen scannen

Die Tür zwischen zwei Räumen ist der Übergabepunkt. Ein sauberer Übergang ist das, was dem Scanner die Neuausrichtung in den nächsten Raum erlaubt.

  1. Führe in der Scan-Ansicht die iPad-Kamera langsam durch die Tür und erfasse dabei sowohl den Rahmen als auch einen Blick in den angrenzenden Raum.
  2. Warte auf stabiles Tracking, bevor du durch die Tür gehst. Die Warnung Neuausrichtung verschwindet, sobald das Tracking zurück ist.
  3. Ist der Übergang erfasst, beende den Scan, geh zurück zur Stockwerksansicht und starte den nächsten Raum mit Von angrenzendem Raum fortsetzen.
  4. Der Scanner nutzt den vorherigen Raum plus die Türaufnahme, um den neuen Raum in das bestehende Koordinatensystem einzupassen.

Ein Stockwerk abschließen und erfasste Räume prüfen

  1. Ist jeder Raum des Stockwerks gescannt, tippe in der Stockwerksansicht auf Abschließen.
  2. Der Abschlussbildschirm öffnet sich mit einer Liste der erkannten Räume.
  3. Tippe jeden Raum an, um den Raumeditor zu öffnen, gegliedert in Reiter:
    • Wände: jede erkannte Wand mit Länge, Höhe, wogegen sie grenzt (Außenluft, Beheizter Raum, Unbeheizt, Anderes Gebäude, Erdreich), Material und U-Wert. Die innere Angrenzung an einen anderen beheizten Raum setzt du, indem du die Wand mit diesem Raum verknüpfst, angezeigt als Angrenzend.
    • Böden: Bodenfläche, worüber der Boden liegt (Beheizt, Unbeheizt, Außenluft, Erdreich), Material, U-Wert.
    • Dach: nur oberstes Stockwerk. Geneigt oder flach, Fläche, Dachgauben, Dachfenster.
    • Heizung: welches Heizsystem dieser Raum hat (Radiator oder Fußbodenheizung, die beiden Optionen). Beim Radiator wählst du Typ und Maße; bei der Fußbodenheizung trägst du die Fläche ein (plus optionale Experteneinstellungen). Außerdem wählst du das Ventil. Vor- und Rücklauftemperaturen werden im Portal gesetzt (sie treiben die Ergebnistabelle zum Heizkörpertausch und die UK-Berechnung), nicht in der App.
    • Raum: Name, Raumtyp (Normal, Bad, Küche, Flur und so weiter), Zieltemperatur, Luftwechselrate.
  4. Geh jeden Raum durch und korrigiere, was der Scan falsch erfasst hat: ein Fenster, das der Scanner in die Wand gezogen hat, eine unplausible Deckenhöhe, ein falsches Wandmaterial. (Eine Wand, die der Scanner ganz übersehen hat, ergänzt du im Portal — siehe Fenster und Türen an einer Wand erfassen weiter unten.)
  5. Tippe auf Speichern, um das Stockwerk hochzuladen.
  6. Wiederhole Scannen und Abschließen für jedes Stockwerk des Gebäudes.

Festlegen, wogegen jede Wand grenzt

Die wichtigste Angabe an einer Wand ist, wogegen sie grenzt. Reonic nennt das Grenzt an, und der Wärmeverlust wird daraus berechnet.

Öffne eine Wand im Editor und setze Grenzt an auf einen dieser Werte:

  • Außenluft: Außenwand zur freien Luft.
  • Beheizter Raum: Innenwand zu einem anderen beheizten Raum. Damit der Wärmefluss stimmt, verknüpfe die Wand mit dem konkreten angrenzenden Raum. Diese Verknüpfung erscheint als Angrenzend.
  • Unbeheizt: Wand zu einem unbeheizten Bereich (angebaute Garage, kaltes Treppenhaus).
  • Anderes Gebäude: Wand zu einem separaten Gebäude (zum Beispiel einer Doppelhaushälfte).
  • Erdreich: Wand mit Erdkontakt (eine typische Kellerwand). Bei teilweisem Erdkontakt setzt du an der Wand den Anteil zum Erdreich.

Dasselbe gilt für Decken und Böden. Setze Decke grenzt an und Boden grenzt an auf den richtigen Grenztyp, damit die Berechnung weiß, was über und unter dem Raum liegt.

Fenster und Türen an einer Wand erfassen

Der LiDAR-Scanner erfasst die Wände des Raums. In der App werden Fenster und Türen als Eigenschaften der Wand erfasst, auf der sie sitzen, nicht als eigene Objekte, die du hinzufügst. Es gibt keine Schaltfläche Fenster hinzufügen oder Tür hinzufügen.

  1. Öffne den Raum im Editor und wähle den Reiter Wände.
  2. Tippe die Wand an, die du bearbeiten willst. (Fenster und Türen gelten nur für Wände nach außen — eine Wand gegen Außenluft oder eine Wand gegen Erdreich mit teilweisem Erdkontakt.)
  3. Schalte Fenster ein, wenn die Wand Fenster hat, und trage ein:
    • Die gesamte Fensterfläche dieser Wand (m²).
    • Das Material des Fensters (wähle die nächstliegende Option aus der Liste; die Materiallisten verzweigen nach Land — siehe Die länderspezifische Materialliste anpassen weiter unten).
  4. Schalte Türen ein, wenn die Wand Türen hat, und trage ebenso die gesamte Türfläche (m²) und das Material der Tür ein.
  5. Speichere. Fenster und Türen fließen nun in den Wärmeverlust dieser Wand ein.

Hinweis

Die App erfasst Fenster und Türen als Fläche plus Material je Wand. Um Öffnungen als einzelne Objekte zu modellieren oder eine Wand zu ergänzen, arbeite im Portal.

Dächer, Dachgauben und Drempelwände erfassen

Im obersten Stockwerk zeigt der Raumeditor dachspezifische Felder.

  1. Öffne den Raum im obersten Stockwerk und wähle den Reiter Dach.
  2. Schalte Hat Dach ein.
  3. Wähle Geneigt oder Flach.
  4. Für ein Flachdach trage Dachfläche und Material ein.
  5. Für ein geneigtes Dach trage ein:
    • Dachfläche (m²).
    • Schrägenlänge: Länge der Schräge von Traufe bis First.
    • Drempelhöhe: die niedrige senkrechte Wand zwischen Boden und Beginn der Schräge. Häufig im ausgebauten Dachgeschoss. Setze sie, damit das Dachgeschoss richtig abgebildet wird.
  6. Ergänze Dachgauben: Tippe auf Dachgaube hinzufügen und trage Breite und Schrägenlänge ein. Jede Dachgaube wird ein eigenes Dachelement.
  7. Ergänze Dachfenster: Tippe auf Dachfenster hinzufügen und trage Fläche, Material und U-Wert ein.

Hinweis

Halte jede Dachgaube schmaler als das Dach, auf dem sie sitzt. Die zusammengerechnete Breite der Dachgauben auf einer Schräge darf die Schrägenlänge nicht überschreiten, sonst weist die Heizlast-Berechnung das Gebäude mit dem Fehler Dachgaube breiter als Dach zurück. Prüfe die Breiten der Dachgauben gegen die Schrägenlänge, bevor du die Berechnung startest.

Die Dachneigung bestimmt zugleich die Orientierungsfläche für die PV-Planung im selben Projekt — sie hier richtig zu setzen zahlt also auch auf die PV-Seite ein.

Räume ohne LiDAR von Hand erfassen

Wenn kein LiDAR verfügbar ist (ein Android-Tablet, ein älteres iPad, ein Keller, der zu eng zum Scannen ist), baust du dieselben Raumdatensätze von Hand. Das funktioniert auf jedem Gerät, auf dem die Reonic App läuft, Android eingeschlossen.

  1. Öffne den Reiter Heizlast des Projekts. Auf Android erscheint der Hinweis zum Apple-only-Scannen. Der Rest des Heizlast-Bildschirms ist voll verfügbar — geh also daran vorbei.
  2. Fülle Gebäudeeigenschaften und Basismaterialien aus wie im LiDAR-Ablauf.
  3. Öffne die Stockwerksliste des Gebäudes und ergänze Stockwerke wie gewohnt.
  4. Tippe innerhalb eines Stockwerks auf Raum hinzufügen (oder auf + in der Raumliste).
  5. Der leere Raumeditor öffnet sich. Trage ein:
    • Identität: Raumname, Typ, Zieltemperatur.
    • Geometrie: Setze den Haken bei Rechteckig, wenn es zutrifft, und trage Länge und Breite ein (die Fläche rechnet sich automatisch) sowie die Deckenhöhe. Für einen nicht rechteckigen Raum nimm den Haken heraus und trage die Fläche direkt ein.
    • Wände: Öffne jede Wand des Raums und setze Länge, Höhe, Grenzt an und Material. Die App bearbeitet die vorhandenen Wände des Raums; um eine Wand zu ergänzen, nutze das Portal.
    • Fenster und Türen: werden je Wand als Fläche plus Material erfasst (siehe Fenster und Türen an einer Wand erfassen weiter oben), nicht als eigene Objekte.
    • Decke und Boden: Wähle, wogegen beide grenzen (beheizt, unbeheizt, Außenluft, Erdreich), und trage Fläche und Material ein.
    • Dach: nur oberstes Stockwerk. Dieselben Felder wie im gescannten Ablauf.
    • Heizsystem: Wähle Radiator oder Fußbodenheizung (die beiden Optionen), dann Typ und Maße des Radiators (oder die Fläche der Fußbodenheizung) sowie das Ventil. Vor- und Rücklauftemperaturen werden im Portal gesetzt, nicht in der App.
  6. Speichere.
  7. Wiederhole das für jeden Raum und jedes Stockwerk.

Hinweis

Die manuelle Eingabe erzeugt dieselben Raumdatensätze wie ein LiDAR-Scan, die Heizlast-Berechnung läuft also identisch. Der einzige Unterschied ist das 3D-Modell: Die kundenseitige 3D-Darstellung fällt für dieses Projekt auf eine Darstellung ohne 3D zurück. Das Berechnungsergebnis bleibt davon unberührt.

Räume über einen Grundriss nachzeichnen (Portal)

Wenn du einen 2D-Grundriss vom Kunden oder eine Architektenzeichnung hast, kannst du ihn als Hintergrundbild unter den Raumeditor legen und Räume darüber nachzeichnen. Das passiert im Portal, nicht in der App — das Werkzeug zum Nachzeichnen liegt im Roomwise-Building-Editor des Portals.

  1. Öffne im Portal den Roomwise-Building-Editor des Projekts und das Stockwerk, an dem du arbeitest.
  2. Setze einen Grundriss-Hintergrund und lade das Bild hoch, oder wähle eines aus den Dateien des Projekts.
  3. Skaliere und positioniere das Bild so, dass ein bekanntes Maß (eine Türbreite, eine gemessene Wandlänge) zum Maßstab auf dem Bildschirm passt. Das Raumraster folgt dem skalierten Bild, nachgezeichnete Räume kommen also maßstabsgetreu heraus.
  4. Ergänze Räume, indem du Rechtecke über den Hintergrund zeichnest. Jedes Rechteck wird ein Raum, dessen Geometrie sich aus dem Maßstab ergibt.

Der Grundriss-Upload akzeptiert nur PNG- und JPG-Bilder — kein PDF. Liegt dein Plan als PDF vor, exportiere oder screenshotte zuerst eine Seite als PNG oder JPG. Lässt sich ein Objekt praktisch nicht ablaufen (ein großes Anwesen, ein komplexes Dach), frag deinen Reonic Kundenbetreuer nach der Erfassung aus Drohnenfotos.

Die länderspezifische Materialliste anpassen

Die Materialauswahl im Raumeditor verzweigt nach Land.

  • Deutschland (DE): die Vorgabe. Nach Baujahr gestaffelte U-Werte werden automatisch nachgeschlagen, und du kannst sie je Bauteil überschreiben.
  • Vereinigtes Königreich (UK): ein eigener UK-Materialsatz und ein separater UK-Rechner. Die Auswahlfelder verändern sich entsprechend.
  • Italien (IT): ein eigener italienischer Materialsatz für Conto-Termico-Anträge.
  • Frankreich (FR) und Spanien (ES): nutzen die generischen gemeinsamen Materialien. Wenn du länderspezifische Bezeichnungen brauchst, sprich deinen Reonic Kundenbetreuer an.

Dein Workspace kann außerdem eigene Materialien führen. Eigene Materialeinträge mit nach Baujahr gestaffelten U-Werten legst du unter Einstellungen → Simulation → Heizlast Materialien an — nützlich für installateurspezifische Wandaufbauten oder bekannte Produkte.

Einen Raum neu scannen oder einen misslungenen Scan korrigieren

Ist ein Raum falsch herausgekommen (falsche Geometrie, eine fehlende Wand, ein versetzter Boden), hast du zwei Möglichkeiten.

Variante A: im Editor korrigieren. Öffne den Raum und bearbeite Wände, Öffnungen und Maße von Hand. Das ist der richtige Weg für kleine Korrekturen wie ein fehlendes Fenster, ein falsches Wandmaterial oder eine unpassende Deckenhöhe.

Variante B: den Raum neu scannen. Lösche in der Raumliste des Stockwerks den fehlerhaften Raum, tippe dann erneut auf Scan starten und erfasse ihn neu. Wähle Von angrenzendem Raum fortsetzen, wenn die umliegenden Räume sauber gescannt sind, damit der neue Raum wieder in das bestehende Koordinatensystem einrastet. Haben sich Räume nach dem Scan gegeneinander verschoben, scanne das betroffene Stockwerk mit Von angrenzendem Raum fortsetzen neu, um sie wieder korrekt auszurichten.

Hinweis

Ein neu gescannter Raum startet leer: Heizsystem, Materialien sowie Fenster- und Türangaben des alten Raums werden nicht übernommen. Trage das Heizsystem erneut ein und prüfe die Materialien am neuen Raum.

Tipp

Bei einem Raum, der fast stimmt, korrigiere im Editor statt neu zu scannen. Bearbeiten geht schnell. Ein Neuscan kostet dich die Einrichtung des Heizsystems je Raum noch einmal.

Für die Berechnung an das Portal übergeben

Die Reonic App erfasst Räume. Das Reonic Portal berechnet die Heizlast. Sobald jedes Stockwerk gescannt (oder von Hand erfasst) und abgeschlossen ist:

  1. Tippe in der Heizlast-Übersicht auf Datenprüfung & Ergebnisse.
  2. Das Portal öffnet sich in einem neuen Tab, direkt in der raumweisen Heizlast-Ansicht dieses Projekts. Melde dich im Portal mit demselben Account an.
  3. Mach mit der raumweisen Heizlast-Berechnung weiter — dort liegen Prüfen, Bearbeiten, Berechnen und Freigeben.

Das Bearbeiten je Raum ist im Portal komfortabler: größere Bildschirme, Aktionen über mehrere Räume hinweg, die Warnungsliste und die Schaltfläche zur Berechnung selbst. Die App ist zum Erfassen da, das Portal zum Prüfen.

Gut zu wissen

  • Die App erfasst Räume. Das Portal stellt Ergebnisse dar. Tippst du auf Datenprüfung & Ergebnisse, öffnet sich das Portal in einem neuen Tab mit den Kilowatt-Werten je Raum, den Warnungslisten und der Berechnung. Die Aufgabe der App endet bei den Raumdaten.
  • Ein Projekt ist ein Gebäude. Jedes Projekt hängt an genau einem Gebäude. Ein Mehrfamilienhaus, eine Anlage mit mehreren Häusern oder verbundene Einfamilienhäuser brauchen je Gebäude ein eigenes Projekt.
  • Für Bearbeitungen brauchst du eine Verbindung. Scans werden auf dem Gerät zwischengespeichert, du kannst ein Stockwerk also ohne Empfang abschließen. Formularbearbeitungen synchronisieren über das Netz. Scanne im Keller und bearbeite am Küchentisch, wo der Empfang besser ist.
  • Stimmt euch bei gleichzeitigen Bearbeitungen ab. Bearbeitet einen Raum immer nur von einer Stelle aus. Klärt vorher, wem ein Raum gehört, bevor ihn jemand zugleich in App und Portal bearbeitet.
  • Jedes Projekt startet frisch. Räume und Stockwerke werden je Projekt erfasst oder eingegeben. Es gibt kein Kopieren eines Raums oder Stockwerks zwischen Projekten.
  • Platzhalter-Räume sind während der Eingabe in Ordnung. Ein Raum mit Namen, aber ohne Geometrie ist beim Arbeiten gültig. Fülle ihn aus, bevor du die Berechnung startest, sonst warnt sie darauf.
  • Ein LiDAR-Scan trägt die kundenseitige 3D-Darstellung. Von Hand erfasste Räume liefern dasselbe Berechnungsergebnis und fallen für die Kundenansicht auf eine Darstellung ohne 3D zurück.
  • DIN EN 12831 ist der Standard der Berechnung. UK-Projekte nutzen einen UK-Rechner. Frankreich, Italien und Spanien rechnen nach DIN EN 12831 mit den jeweiligen Ländereinstellungen.
  • Halte das Gerät bei langen Scans kühl und ruhig. Schließe vor dem Scannen andere Apps. LiDAR, Kamera und Display zusammen beanspruchen Speicher und erzeugen Wärme. Beweg dich im Gehtempo, schnelle Kamerabewegungen belasten das Tracking. Bricht ein Scan mitten im Raum ab, öffne die App neu, starte den Scan erneut und erfasse den betroffenen Raum noch einmal.
  • Der Kunde sieht eine Sicht auf die Heizstrategie, nicht die Rohdaten. Das Angebots-PDF (und die Vorschau im Kundenportal, wenn dein Workspace sie aktiviert hat) zeigt vor der Unterschrift eine 2D-/3D-Darstellung der Heizstrategie des Gebäudes. Der rohe Scan und die technischen Daten je Raum bleiben auf Installateursseite.
  • Einen Wintergarten ergänzt du am besten von Hand. Glaswände bieten dem LiDAR-Sensor zu wenige feste Flächen zum Messen. Ergänze den Wintergarten als manuellen Raum: Tippe auf Raum hinzufügen, trage die Geometrie von Hand ein, setze Grenzt an der Wände auf Außenluft mit dem passenden Glasmaterial und erfasse die Öffnungen an den Wänden.
  • Neue Gebäudedaten nach der Unterschrift auf einer neuen Variante erfassen. Eine unterschriebene Angebotsvariante wird gesperrt, damit der Kunde immer genau das bekommt, was er unterschrieben hat. Um einen neuen Scan in ein unterschriebenes Projekt zu bringen, verzweige auf eine Neue Variante (dupliziere die Variante und erfasse oder bearbeite den Scan dort) oder leg ein Folgeprojekt an.
  • Der KfW-Förderservice ist ein kostenpflichtiger Reonic Service. Für Preise und Abrechnung wende dich an den Support-Chat. Nutze das Speichern als Entwurf im Schritt Förderung, bevor du dich festlegst. Der Schritt Förderung steht bei deutschen Wärmepumpen-Projekten zur Verfügung.
  • Der Eigentümer hat keinen Reonic-Login. Reonic spricht im Namen des Installateurs mit der KfW, und der Installateur spricht mit dem Eigentümer. Der Förderstatus ist für den Installateur im Projekt sichtbar.

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