PV manuell mit selbst gezeichneten Dächern planen (Flachdach, Satteldach)
Zeichne das Dach selbst, wenn keine Drohnenaufnahmen verfügbar sind — Flachdach oder Satteldach (geneigt) — und belege es anschließend mit Modulen.
Hinweis
Nachdem du den Umriss gezeichnet hast, bietet dir ein schwebendes Menü Dachtyp drei Optionen an: Walmdach (ein vierseitiges Dach mit Walm, die Standardoption), Satteldach (ein Dach mit zwei Neigungen und First) und Flachdach. Bei Walm- und Satteldächern justierst du jede Kante über einen eigenen Neigungswert; ein Flachdach nutzt eine einzige Neigung. Wähle nach der benannten Form, die zum Gebäude passt. Die Option Satteldach erscheint nur, wenn der Umriss einfach genug ist, um in ein Satteldach umgewandelt zu werden.
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Der Ablauf mit selbst gezeichneten Dächern ist die manuelle Option in der 3D-Planung. Du zeichnest den Gebäudegrundriss im 3D-Editor nach, wählst einen Dachtyp, legst Wandhöhe und Neigung fest und verlegst Module über das Ergebnis. Nutze ihn, wenn keine Drohnenaufnahmen oder kein brauchbares externes Bild verfügbar sind, oder wenn das Gebäude einfach genug ist, dass Zeichnen schneller geht als Aufnahmen zu beauftragen.
Hinweis
Die selbst gezeichnete 3D-Planung gehört zum Planungspfad für Privatkunden. In Gewerbeangeboten schaltest du die 3D-Planung pro Variante frei, wenn du sie brauchst.
Für wen dieser Artikel ist
- Kundenbetreuer und Installateur-Admins, die für einen Kunden ein Angebot in 3D aufbauen, wenn keine Drohnenaufnahmen zur Hand sind.
- Monteure, die eine Dachbelegung vor Ort auffrischen oder korrigieren müssen, ohne für neue Luftaufnahmen zurückzukehren.
Bevor du startest
- Öffne das Angebot des Kunden und wechsle auf den Tab 3D-Planung.
- Halte die groben Gebäudeabmessungen bereit, oder sei darauf vorbereitet, sie im Editor vom Kartenmaterial Google Solar abzulesen.
- Kenne die reale Dachform — der Ablauf verzweigt sich nach dem Dachtyp, den du nach dem Zeichnen wählst: ein vierseitiges Walmdach (wähle Walmdach), ein Satteldach mit zwei Neigungen (wähle Satteldach) oder ein Flachdach (wähle Flachdach).
Der Ablauf mit selbst gezeichneten Dächern
Das selbst gezeichnete Dach ist einer von vier Wegen in der 3D-Planung. Greif darauf zurück, wenn:
- Für die Adresse keine Drohnenaufnahmen verfügbar sind — siehe 3D-Drohnen-Photogrammetrie für den Weg über Aufnahmen.
- Du kein brauchbares externes Bild hast, über das du nachzeichnen kannst.
- Das Gebäude so überschaubar ist, dass das Zeichnen des Umrisses schneller geht, als Aufnahmen zu beauftragen.
Alle Dachtypen starten gleich: Wechsle auf ein Kartenmaterial mit einer sauberen Draufsicht, klicke auf Dach zeichnen (oder drücke D) und zeichne die Außenkanten nach. Unterschiede gibt es bei der Dachneigung, der Einstellung der Wandhöhe und den Dachaufbauten, die du ergänzen kannst. Nimm den Abschnitt unten, der zum Gebäude passt.
Flachdach
Bei einem Flachdach ist die Dachneigung keine Eingabe. Du zeichnest den Umriss, legst eine Außenwandhöhe fest und belegst die Fläche mit aufgeständerten Modulen.
Das Dach zeichnen
- Klicke unten im Editor auf Dach zeichnen, oder drücke D.
- Zeichne die Außenkanten nach und klicke dabei jede Ecke der Reihe nach an.
- Schließe die Form am Startpunkt.
- Wähle den Dachtyp Flachdach.
Wandhöhe und Form anpassen
Klicke auf das Gebäude. Tippe rechts die Außenwandhöhe (z. B. 6 m) in das Zahlenfeld (es gibt keinen Höhenregler — die Höhe wird eingetippt). Einzelne Kanten und Eckpunkte verschiebst du über die Pfeilgriffe. Das ganze Gebäude lässt sich als ein Stück drehen, duplizieren und verschieben.
Kantenabstände und Sperrzonen festlegen
Für den umlaufenden Randabstand trägst du im Dach-Overlay den Abstand von der Außenkante ein. Der Abstand gilt je Kante, du kannst also auf einer Seite einen größeren Abstand setzen (etwa für Feuerwehrzugänge) und auf einer anderen einen knapperen. Module halten zu jeder Kante den von dir gesetzten Abstand ein.
Für Sperrzonen innerhalb der Fläche:
- Wechsle in den Modus Gebäude und wähle die Dachfläche aus.
- Füge eine Sperrzone hinzu und lege ihren Typ (Schornstein, Fenster oder sonstiges) und ihre Höhe fest.
- Forme den Grundriss der Sperrzone. Endpunkte und Seiten lassen sich nachträglich verschieben, komplexe Formen sind also möglich.
Den Belegungstyp wählen
Auf einem Flachdach ständerst du die Module auf, und der Belegungstyp der Modulgruppe entscheidet über die Anordnung. Die vier Belegungstypen sind Horizontal, Vertikal, Beidseitig (horizontal) und Beidseitig (vertikal):
- Eine einseitige Belegung (Horizontal oder Vertikal) legt eine Reihenrichtung pro Modulblock fest — nimm sie für eine Südneigung.
- Eine beidseitige Belegung (Beidseitig (horizontal) oder Beidseitig (vertikal)) erzeugt die paarweise Ost-West-Anordnung mit zwei voneinander weg geneigten Modulreihen. Du kannst die beidseitige Neigung und den Doppelreihenabstand zwischen den beiden Reihen festlegen.
Mit Modulen belegen
- Wähle in der Seitenleiste das Modul und platziere eine Gruppe mit Modulgruppe hinzufügen, oder fülle eine Dachseite mit Vollbelegung.
- Erweitere die Modulfläche über die Zeilen- und Spalteneingaben im Panel Overlay (Modul-Overlay).
- Lege die Neigung (z. B. 30°) und die Abstände für die Gruppe im Panel Overlay fest.
- Für die Ost-West-Variante wechselst du den Belegungstyp auf eine beidseitige Belegung und passt dann beidseitige Neigung, Reihen und Abstände an.
Tipp
Fang mit Vollbelegung an, um das Dach schnell zu füllen, und justiere dann rund um Hindernisse von Hand nach. Das geht schneller, als jedes Modul einzeln zu setzen.
Statt Modulgruppen eine nach der anderen zu setzen, füllt Vollbelegung die Dachfläche automatisch und berücksichtigt dabei Sperrzonen, Dachgauben und Randabstände — du gibst nur Aufständerung und Abstände vor und schneidest danach von Hand zu.
Satteldach
Das Satteldach ist der häufigste Dachtyp in der Planung für Privatkunden. Der Ablauf: Dachneigung vorab bestimmen, Dach zeichnen, Außenwandhöhe und Neigung festlegen, dann Sperrzonen und Dachaufbauten ergänzen.
Zuerst die Dachneigung bestimmen
Wechsle zur Referenz auf das Kartenmaterial Google Solar — es zeigt Gebäudeumrisse, Bäume und den Verschattungskontext. Das Messwerkzeug auf der Zeichenfläche (Linealsymbol) liest Abstände auf der Fläche ab. Trage die Dachneigung, die du gemessen hast oder kennst, in das Neigungsfeld der jeweiligen Kante ein; die Neigung wird nicht automatisch aus Google Solar gelesen.
Tipp
Nimm deine Neigung von einem klaren, unverbauten Dachabschnitt oder aus den Gebäudeplänen. Bereiche nahe Schornsteinen oder Dachgauben können eine grobe Schätzung verfälschen.
Das Dach zeichnen
- Wechsle zurück auf ein flaches Kartenmaterial in Draufsicht.
- Klicke unten auf Dach zeichnen, oder drücke D.
- Klicke die Eckpunkte des Dachs nacheinander an, um den Grundriss nachzuzeichnen.
- Schließe die Form, indem du den ersten Punkt erneut anklickst.
- Wähle den Dachtyp Satteldach. Läuft der First nicht entlang der längeren Seite, dreh mit der Aktion Schräge Seiten tauschen um, welches Kantenpaar die Neigung trägt.
Wandhöhe und Neigung festlegen
- Klicke auf das Gebäude. Rechts erscheinen Eingabefelder.
- Trage die gemessene Neigung (z. B. 46°, oder deinen tatsächlich gemessenen Wert) an den geneigten Kanten ein. Bei einem Satteldach haben beide Schrägen dieselbe Neigung.
- Lege die Außenwandhöhe fest. Nutze das Material Google Solar als Referenz.
Randabstände, Sperrzonen und Dachaufbauten ergänzen
Für den umlaufenden Randabstand trägst du den Abstand zur Dachkante ein, z. B. 25 cm, damit die Module Abstand zur Kante halten.
Für Dachgauben:
- Füge eine Dachgaube hinzu — eine Spitzgaube (klassisch) oder eine Flachgaube.
- Setz die Dachgaube in die Nähe des Firsts und zieh sie an die richtige Position.
- Korrigiere Abstände, indem du die Bemaßung anklickst und den exakten Wert eintippst (z. B. 7,00 m statt 7,05 m).
Für Schornsteine und Dachfenster fügst du eine Sperrzone hinzu und legst ihren Typ — Schornstein, Fenster oder sonstiges — sowie ihre Höhe fest. Bestehende Dachgauben und Sperrzonen lassen sich duplizieren, gleichartige Aufbauten verteilen sich also schnell.
Mit Modulen belegen
Im Modus Module hast du zwei Möglichkeiten:
- Modulgruppe hinzufügen — wähle ein einzelnes Modul aus und setze es per Klick auf die Dachfläche.
- Vollbelegung — Reonic füllt die Dachfläche automatisch und berücksichtigt dabei Sperrzonen, Dachgauben und Randabstände.
Module lassen sich auch außerhalb des Standardrasters platzieren — etwa auf einer Dachgaube. Prüfe Unterkonstruktion und Verschattung im Einzelfall.
Ansichten für das Angebot ergänzen
Bevor du die Strings legst, richte die Kamera so aus, dass die Anlage gut zu sehen ist, und klicke oben rechts auf Vorschau hinzufügen. Du kannst bis zu vier eigene Kameraansichten (plus eine Standardansicht) für die Mehrfachansicht im Angebots-PDF speichern.
Walmdächer und kombinierte Dächer
Walmdächer und kombinierte Dächer kommen häufig bei älteren Wohngebäuden und landwirtschaftlichen Bauten vor. Ein vierseitiges Walmdach ist ein vollwertiger Dachtyp: Nach dem Zeichnen des Umrisses wählst du Walmdach, die Standardoption im Menü Dachtyp. Walm- und Satteldächer tragen beide Neigungswerte je Kante, die du feinjustieren kannst, bis sie zur realen Geometrie passen.
Vor dem Zeichnen prüfen
- Straßenansicht — grobe Einschätzung von Gebäudehöhe und Baumbestand.
- Google Solar — Referenzmaterial für Umrisse und Verschattungskontext; nutze das Messwerkzeug für Abstände. Auch relative Baumhöhen sind erkennbar. Die Dachneigung wird von Hand eingetragen, nicht vom Messwerkzeug gelesen.
Das Dach zeichnen und formen
- Wechsle auf ein flaches Kartenmaterial in Draufsicht und klicke auf Dach zeichnen, oder drücke D.
- Klicke die Eckpunkte an und schließe die Form.
- Wähle im Menü Dachtyp die Option Walmdach für ein Walmdach. Die 3D-Vorschau rendert sofort die Walmform neu.
- Lege Außenwandhöhe und Dachneigung fest. Jede Kante trägt ihren eigenen Neigungswert, du kannst also Walmschrägen und Hauptneigungen unabhängig voneinander anpassen, bis die Geometrie zum Gebäude passt.
Hinweis
Justiere die Walmgeometrie über die Neigungsregler je Kante. Nutze Rückgängig unten links, um eine Aktion zurückzunehmen.
Dachgauben ergänzen
- Spitzgaube — nahe am First beginnen, dann die Position über die Bemaßung festlegen.
- Flachgaube — nahe am First platzieren. Eine Flachgaube trägt einen Höhendifferenzwert, mit dem sie sich an die Dachneigung anlegen lässt, statt waagerecht zu sitzen.
Gleichartige Dachgauben lassen sich duplizieren, du richtest also nur eine sorgfältig ein.
Bäume für die Verschattung ergänzen
Bäume werden ähnlich wie Dachgauben gezeichnet. Lege Höhe und Breite fest, damit die spätere Verschattungsanalyse realistisch rechnet.
Komplexe Dachformen aus mehreren Dächern aufbauen
Es gibt kein einzelnes Objekt für das „ganze Gebäude“ — ein Gebäude mit mehreren Dachflächen (Anbauten, Garagen, landwirtschaftliche Vierkanthöfe) wird als mehrere getrennte Dächer gezeichnet, jedes ein eigener Baukörper. Wiederhole Dach zeichnen für jede Fläche und positioniere sie so, dass sie aneinanderstoßen. Jede Fläche bleibt getrennt bearbeitbar, und du planst die Module je Dachfläche.
Komplexe Dächer mit Modulen belegen
Bei vielen Hindernissen und engen Flächen ist das Setzen einzelner Gruppen (Modulgruppe hinzufügen) meist besser als Vollbelegung — du entscheidest flexibler, wo ein Modul Sinn ergibt. Bei der Ausrichtung hilft der Wechsel zwischen vertikal und horizontal — etwa um vier statt zwei Module auf eine Dachgaube zu bekommen.
Tipp
Plane bei sehr komplexen Formen eine Dachfläche nach der anderen. Speichere zwischen den Flächen (Strg+S), damit du keine Zwischenstände verlierst.
Gut zu wissen
- Trage die Dachneigung von Hand ein. Bei Sattel- und Walmdächern holst du die Neigung aus deiner eigenen Messung oder den Gebäudeplänen und trägst sie in das Neigungsfeld der jeweiligen Kante ein — sie wird nicht automatisch aus Google Solar gelesen. Zum eigentlichen Zeichnen wechselst du auf ein flaches Material in Draufsicht.
- Der Hintergrund ist nur eine visuelle Hilfe. Die Aufnahmen, über die du nachzeichnest, sind Referenz — sie fließen nicht in die Simulation ein. Was der Solver nutzt, ist die gezeichnete Geometrie samt Neigungen; zeichne also sorgfältig nach und prüfe die Neigungen.
- Der Dachtyp wird nach dem Zeichnen gewählt. Zeichne zuerst den Umriss, wähle dann Walmdach, Satteldach oder Flachdach. Das Satteldach wird nur angeboten, wenn der Umriss einfach genug für die Umwandlung ist.
- Duplizieren statt neu bauen. Dachgauben und Sperrzonen (Schornsteine, Fenster) lassen sich duplizieren. Richte eine sorgfältig ein und kopiere sie dann.
- Vollbelegung ist der Tempohebel für einfache Dächer. Nutze sie, um eine Dachseite mit einem Klick zu füllen, und schneide dann um Hindernisse herum zu. Auf stark verbauten Dächern (Walm + Dachgauben) gibt das Setzen einzelner Gruppen (Modulgruppe hinzufügen) mehr Kontrolle. Beachte: Vollbelegung füllt immer eine Dachseite auf einmal — ein Dach mit mehreren Flächen wird Fläche für Fläche gefüllt.
- Rückgängig sitzt unten links. Besonders nützlich, wenn du mit Neigungen je Kante experimentierst, um ein Walmdach zu formen.
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